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Sexismus-Debatte
– ein weiteres Kapitel im Geschlechterkampf!
Die Debatte, losgetreten bei unseren deutschen Nachbarn, wurde in Österreich prompt von der Frauenministerin aufgegriffen. Denn die Tatsache, dass Frauen jetzt in einer Flut an Wortmeldungen darüber berichten, wie sie sich im Alltag sexistisch belästigt fühlen, darf, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht unbestraft bleiben. Und so wird von Heinisch-Hosek allen Ernstes überlegt, das „Po-Grapschen“ ins Strafregister aufzunehmen. Gleich vorweg, keine Frau wird je ernsthaft behaupten, dass es (l)egal ist, wenn man ungewollt berührt bzw. sexistisch belästigt wird. Das aber schon alleine über die Definition dieses subjektiven Empfindens gestritten wird, liegt auf der Hand. Im Sinne aller Frauen, die tatsächlich Opfer von sexueller Gewalt wurden, muss bei uns wohl zuerst gefragt werden, darf man in einem Land, wo mehrfach Vergewaltiger samt Fußfessel nach Hause geschickt werden, überhaupt diese Debatte übers vergleichsweise harmlose Po-Grapschen lostreten? Hier werden Opfer wahrlich verhöhnt und keineswegs geschützt, und so flüchtet man in eine fragwürdige Debatte, die wohl eher ablenken sollte. In sämtlichen Talksendungen wurde klar aufgezeigt,
dass es vornehmlich, wieder einmal, dem Kampf der Geschlechter dienen sollte.
Zu auffällig sind die Standpunkte verteilt und zu auffällig ist, dass ausgerechnet Vertreterinnen von Rot und Grün sich angeblich täglich und permanent mit Belästigungen konfrontiert sehen. Im linken Lager findet sich kaum eine Frau die zugibt, dass man dem einen oder anderen auch mit Humor (den man dort ja bekanntlich mit der Lupe suchen muss) begegnen kann, bzw. dass man als Frau sehr wohl auch die Möglichkeit hat sich zu wehren. Vermutlich hängt vieles damit zusammen wie man mit seinem „Frau-sein“ umgeht.
Die Folgen dieser Debatte könnten für das Zusammenleben von Mann und Frau im öffentlichen Raum massive Folgeerscheinungen hervorrufen.
Schon jetzt sind viele Männer verunsichert, weil ihr „Benehmen“ tatsächlich jederzeit von der Frau falsch ausgelegt werden kann.
Ob beim harmlosen Kompliment, Flirtversuch oder bei der gar ernstgemeinten Annäherung. Wenn es denn der Frau gerade nicht passt, steht man dann womöglich mit einem Fuß im Gefängnis? Möchten wir amerikanische Verhältnisse, wo Männer in Führungspositionen Gespräche mit weiblichen Mitarbeitern nur noch mit Zeugen führen oder nicht mehr in den Lift steigen, wenn sich dort nur eine Frau befindet?
Ist das die Kultur, die wir anstreben? Die Frauen, die das möchten, sollten jetzt mal ganz ehrlich aufzählen, wieviel „Macht“ Frauen in diesem Bereich schon zusteht.
Wie andere mit mir umgehen, wieviel Distanz ich halten möchte, kann ich – ja, auch als Frau – selber bestimmen. Vieles hat mit Respekt zu tun.
Wenn ein Mann mir zu nahe kommt und ich das nicht möchte, so gibt es genügend Möglichkeiten ihm das im gleichen Moment zu zeigen, und nicht erst ein Jahr später Rache zu üben.
Schade auch, dass in allen Sendungen wenig oder gar nichts über selbstbewusste Frauen gebracht wurde, vermutlich weil die keine Lobby brauchen. Frauen, die erzählen können, wie sie sich im Alltag den nötigen Respekt verschaffen und aufzeigen, dass es auch anders geht. Und das man, wenn man zu seinem Frau-sein steht und gerne Frau ist, auch keine Probleme hat, mal das eine oder andere Komlpiment zu bekommen!



 
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